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Es ist ein Urteil, das eine neue Richtung vorgibt: 50 000 Euro Schmerzensgeld muss ein Fußballer zahlen, weil er seinen Kontrahenten so schwer verletzt hatte, dass dieser seinen Job nicht mehr ausüben kann.

 

Die Fußballergewerkschaft VdV heißt das Schmerzensgeldurteil des Oberlandesgerichts Hamm gut. "Das ist in Ordnung, wenngleich 50 000 Euro eine Menge Holz für den Betroffenen sind", sagte VdV-Geschäftsführer Ulf Baranowsky der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag. "Aber in der Tat ist der Fußballplatz kein rechtsfreier Raum", ergänzte Baranowsky.

VdV-Justiziar Frank Rybak begrüßte das Urteil ebenfalls und sagte wie Baranowsky, es sei "vollkommen okay". Bei rücksichtslosen Fouls, die schwere Verletzung nach sich zögen, müssten Fußballer mit solchen Urteilen rechnen.

 

Allerdings sei es überwiegend schwer für Zivilgerichte, Vorsatz nachzuweisen.

 

Das Hammer Gericht hatte am Montag dem klagenden Fußballer 50 000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen. Er war bei einem Kreisligaspiel von seinem Konkurrenten so schwer am Knie verletzt worden, dass er seinen Beruf als Maler und Lackierer auch gut zweieinhalb Jahr nach dem Foul nicht mehr ausüben kann. "Speziell in unteren Ligen gibt es eine ständige Rechtsprechung bei derartigen Fällen", sagte Rybak. Die jüngste Verurteilung sei "nichts Neues oder Einzigartiges".

 

Im August war der ehemalige Bochumer Fußballprofi Matias Concha mit einer Klage gegen seinen früheren Gegenspieler Macchambes Younga-Mouhani von Union Berlin vor dem Landgericht Berlin-Tegel allerdings gescheitert. Concha hatte sich im Spiel bei Union am 6. Dezember 2010 bei einem Zusammenprall mit Younga-Mouhani das Schien- und Wadenbein gebrochen und seinen Gegenspieler auf bis zu 200 000 Euro Schmerzensgeld verklagt.

Rybak schränkte grundsätzlich ein, dass Fußballer bereits beim Betreten des Platzes mit Verletzungen rechnen müssten. Schwierig sei es bei anschließenden Zivilklagen, den Vorsatz beim Foulenden zu erbringen.

 

Im Bereich des Profisports seien Urteile wie das des Hammer Gerichts indes "seltener".

 

 

Quelle: Heimatsport vom 27.11.2012

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